Bei männlichen Sportlern mit besonders langer Trainingsdauer finden sich häufiger Plaques und Verkalkungen der Herzkrankgefäße
Sportliche Betätigung ist ein wichtiger Teil Prävention und reduziert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, für viele Krebsarten und auch für psychische Erkrankungen. Deshalb wird allgemein empfohlen in der Woche mindestens 150 Minuten körperliches Training zu absolvieren. Optimal wird häufig eine Betätigung an mindestens 5 Tagen die Woche angenommen, aber auch Personen die nur am Wochenende Sporttreiben (sogenannte Weekend-Warriors) profitieren gesundheitlich und Bezug auf die Fitness ähnlich.
Wie ist es aber bei denjenigen die deutlich länger Sport machen? Hier gibt es Hinweise, daß dabei ggf. das Risiko für Herzerkrankungen auch wieder zunimmt.
In einer Studie an 222 sportlich aktiven Männern zwischen 49-59 Jahren wurde nun das Verhältnis zwischen tatsächlich gemessener sportlicher Betätigung und Veränderungen an den Herzkranzgefäßen untersucht. Dabei zeigte sich, daß die objektiv gemessene Sportdauer teilweise deutlich von der gemessenen abwich, besonders bei denen, die nur mäßig viel Sportmachen wurde die Dauer teilweise deutlich überschätzt angegeben im Vergleich zur Messung. Das Viertel der Teilnehmer mit der geringsten wöchentlichen Trainingszeit (ca. 2 h / Woche) hatte im Vergleich zu den Teilnehmern mit der höchsten Trainingsdauer (über 10 h Training /Woche) ein deutlich niedrigeres Risiko für Ablagerungen und Kalk in den Herzkranzgefäßen. Dabei zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang mit der Dauer des Trainings, nicht aber mit der maximalen Belastung. Scheinbar führen als besonders extreme Trainingszeiten (als sehr wenig – Typ Couch-Potato – und sehr viel) zu vermehrten Gefäßablagerungen. Mittlere Trainingsdauern im Bereich der aktuell empfohlenen Zeiten scheinen am günstigsten zu sein, wenn sich die Ergebnisse bestätigen.
Somit darf auch bei ambitionierten Sportlern mit sehr guter körperlicher Belastbarkeit das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen nicht unterschätzt werden. Im Gegenteil haben die am besten trainierten wieder ein höheres Risiko und sollten daher regelmäßig untersucht und weitere Risikofaktoren optimiert werden.
Referenz:
https://www.ahajournals.org/doi/suppl/10.1161/CIRCULATIONAHA.125.077117
